Wir gewinnen Lebensqualität!

Jetzt tanzen wir also wieder. Am 8. Juni hat Silvia Schill mit ihren Linedancern das Training eröffnet. BAS-Training, Latin Fitness, Kindertraining, Solodance, Hobby und Tango Argentino sind sukzessive wieder möglich. Unsere Workshop-Angebote werden demnächst folgen. Nicht immer schrankenlos, aber – was bei Line- und Solodance ohnehin der Fall ist – wenigstens kontaktlos. Dennoch sind das leider nicht alle Einschränkungen, unter denen das Training im Spiegelsaal wieder möglich ist: Begrenzte Teilnehmerzahlen, kontaktlos muss tanzen und trainieren, wer nicht Ehepartner, Lebenspartner oder Angehöriger des eigenen Hausstands ist. Da der Mund-Nasenschutz beim Tanzen wegen möglicher Atemnot bedrohlich und insgesamt bei sportlicher Betätigung unangenehm wäre, ist dieser deshalb nur im Vereinshaus vorgesehen. Gleichwohl tanzen wir auf Abstand. Und beachten die Hygieneregeln, denen wir uns alle mehr oder weniger freiwillig unterwerfen.

Die Corona-Eindämmungsverordnung, auf deren Grundlage wir alles dies wieder einführen konnten, ist leider in ihrem Gesetzestext nicht immer hinreichend eindeutig. Auch die Politik und die täglich neuen Entscheidungen für einzelne Lockerungsmaßnahmen lassen es an der notwendigen Nachvollziehbarkeit oftmals fehlen. Warum darf jeder in öffentliche Verkehrsmittel rein, sonstige Veranstaltungen und Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen dürfen mit bis zu 150 Personen, ab dem 30. Juni sogar mit bis zu bis 300 Personen stattfinden – und beim Tanzen sollen Tanzpaare, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben und auf Tanzturnieren 1. Preise erhalten haben, nicht miteinander, sondern nur auf Abstand von 1 Meter 50 trainieren!?

Wir haben in den vergangenen Wochen oft den Eindruck gewonnen, dass unsere Sportpolitiker viel mehr Hintergrundinformationen zur Bedeutung des Tanzsports benötigen. Beim Paartanz mit einem typischerweise auf Dauer angelegten festen Tanzpartner bzw. einer festen Tanzpartnerin haben wir quasi das kleinste Team der Welt. Bei aller Wertschätzung, die die Politik und natürlich auch wir dem Massensport entgegenbringen, wünschen wir uns einen adäquaten Respekt auch für unseren Tanzsport! Unsere Lobby konzentriert sich auf den Landestanzsportverband Berlin e.V. und seinen engagierten Präsidenten Thorsten Süffke. Von dort gab es in den vergangenen Monaten hilfreiche Hinweise und aufmunternden Beifall, wann immer wir uns eigenständig und lösungsorientiert für und als TC Blau Gold für konkrete Optionen zur Wiederaufnahme des Tanzsports einsetzen.

Es ist hoffentlich letztlich allerdings nur eine Frage der Zeit, bis es weitere Erleichterungen geben wird. Wir werden zunehmend zum Normalbetrieb des Tanzsportvereins zurückkehren können. Insoweit hoffen wir auch, dass das Infektionsgeschehen sich weiter auf niedrigem Niveau stabilisiert und der Tanzsportbetrieb ohne erneute Schließung Schritt für Schritt bis zum Normalbetrieb fortgesetzt werden kann.

Hierzu können und müssen wir alle etwas beitragen. Auch wenn nicht alle Regeln allen gefallen, sie dienen unserem Gesundheitsschutz. Indem wir sie beachten, schützen wir auch die Anderen. Deshalb tragen wir alle ein Stück richtiger und wichtiger Eigenverantwortung – und tragen dazu bei, dass der Gewinn an Lebensqualität durch unseren Sport „Tanzen“ in jeder Form erhalten bleibt.

Reinhard Panski

Holger Pillau

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